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Daniel Stricker
Blogger - Humanist - Atheist
Schwyter gegen Stricker 3
Und schon geht es in die dritte Runde in diesem erfrischend-unintellektuellen Polit-Podcast: Der katholische, konservative SVP-Freund Schwyter kreuzt mal wieder die Klingen mit dem neutralen Stricker.
Besprochene Personen: Lei, Reto T., Hildebrand, Blocher, SVP, Adrian Amstutz und der Widmer-Schlumpf.
Internetzensur wegen Partikularinteressen zulasten der weltweiten Zivilgesellschaft?
SPIEGEL ONLINE: "Die englischsprachige Wikipedia streikt, Tausende andere Internetangebote machen mit. US-Politiker sind in Aufruhr, die Lobby der Unterhaltungsbranche schäumt. Doch warum sorgt das Sopa-Gesetz für solchen Aufruhr? Und betrifft es die Internetnutzer in Deutschland? Fünf Antworten."
DANIEL STRICKER SAGT: Bis jetzt habe ich immer gerne bezahlt für die Inhalte. Sei es bei iTunes, Amazon, Detailhandel oder mit meinem Netflix-Abo. Weil ich's richtig finde. Wenn dieses Gesetz aber verabschiedet wird, werde ich es richtig finden, der Industrie jeden möglichen Rappen vorzuenthalten. Die Content-Industrie wäre besser beraten, ihr Geschäftsmodell der gesellschaftlichen Entwicklung anzupassen statt zur Wahrung ihres Geschäftsmodells Rückschritte zulasten der Bürger durchzudrücken.
DANIEL STRICKER SAGT: Bis jetzt habe ich immer gerne bezahlt für die Inhalte. Sei es bei iTunes, Amazon, Detailhandel oder mit meinem Netflix-Abo. Weil ich's richtig finde. Wenn dieses Gesetz aber verabschiedet wird, werde ich es richtig finden, der Industrie jeden möglichen Rappen vorzuenthalten. Die Content-Industrie wäre besser beraten, ihr Geschäftsmodell der gesellschaftlichen Entwicklung anzupassen statt zur Wahrung ihres Geschäftsmodells Rückschritte zulasten der Bürger durchzudrücken.
Schwyter vs Stricker die Zweite!
Ab sofort ist unsere zweite Sendung online. Tagesaktuell, das Thema Hildebrand inkludierend. ;-)
Schwyter gegen Stricker heisst rechts gegen links, Ernie gegen Bert, Jesus gegen Christus, Israel gegen Palästina, katholisch gegen atheistisch, volksnah gegen alternativ.
Wir sind beides gute Freunde, die in gesellschaftlichen und politischen Fragen eigentlich null gemeinsam haben. Eigentlich ein Wunder, dass wir uns so gut verstehen. Doch höre selbst! Danke. ;-)
Eure Schwyter und Stricker
Schwyter gegen Stricker heisst rechts gegen links, Ernie gegen Bert, Jesus gegen Christus, Israel gegen Palästina, katholisch gegen atheistisch, volksnah gegen alternativ.
Wir sind beides gute Freunde, die in gesellschaftlichen und politischen Fragen eigentlich null gemeinsam haben. Eigentlich ein Wunder, dass wir uns so gut verstehen. Doch höre selbst! Danke. ;-)
Eure Schwyter und Stricker
Leserbrief ans St. Galler Tagblatt
Mein Leserbrief ans Tagblatt wurde in leicht gekürzter Form publiziert.
Hier der Brief in voller Länge:
Der Titel "Hitler war auch Atheist" ist zwar nur als Zitat geführt, aber irreführend weil nicht erwähnt wird, dass Hitler Katholik war bis zu seinem Lebensende. Weder Konfession noch Atheismus machen jemanden zu einem besseren Menschen. Aber mit der Forderung nach einer agnostischen Gesellschaft wurde noch nie ein Krieg angezettelt.
Fast alle Werte der Aufklärung (Menschenrechte, Demokratie, Gleichberechtigung, Sterbehilfe, Entdiskriminierung von Minderheiten) waren kein Geschenk der Amtskirchen sondern mussten oft gegen erbitterten klerikalen Widerstand durchgesetzt werden. Dass der Staat aufhört, das Milliarden-Inkasso für die Amtskirchen zu machen, wäre ein weiterer Schritt hin zu einer säkularen, noch schöneren Schweiz. Und mit begrenzten finanziellen Mitteln versuchen wir Freidenker unseren Teil beizutragen, dass der Job möglichst bald erledigt ist.
Daniel Stricker
Co-Präsident
Freidenker Ostschweiz
Hier der Brief in voller Länge:
Der Titel "Hitler war auch Atheist" ist zwar nur als Zitat geführt, aber irreführend weil nicht erwähnt wird, dass Hitler Katholik war bis zu seinem Lebensende. Weder Konfession noch Atheismus machen jemanden zu einem besseren Menschen. Aber mit der Forderung nach einer agnostischen Gesellschaft wurde noch nie ein Krieg angezettelt.
Fast alle Werte der Aufklärung (Menschenrechte, Demokratie, Gleichberechtigung, Sterbehilfe, Entdiskriminierung von Minderheiten) waren kein Geschenk der Amtskirchen sondern mussten oft gegen erbitterten klerikalen Widerstand durchgesetzt werden. Dass der Staat aufhört, das Milliarden-Inkasso für die Amtskirchen zu machen, wäre ein weiterer Schritt hin zu einer säkularen, noch schöneren Schweiz. Und mit begrenzten finanziellen Mitteln versuchen wir Freidenker unseren Teil beizutragen, dass der Job möglichst bald erledigt ist.
Daniel Stricker
Co-Präsident
Freidenker Ostschweiz
"Viele Männer behandeln ihre Frauen wie Kühe"
TAZ.de: Sehr lesenswerte News von der Machofront.
Daniel Stricker sagt: "Dieses Machogehabe (nicht nur aber insbesondere in islamisch geprägten Ländern) ist auch deshalb so schädlich, weil Männer, die danach leben, einfach ihren geistigen Stillstand zelebrieren indem sie ihre Frauen und Töchter und auch die Prostituierten verprügeln. So betrachtet sind sie gegenüber den zum Anstand gezwungenen westlich geprägten Männern des postaufklärerischen Zeitalters hoffnungslos benachteiligt. Denn Letztere müssen die Bedürfnisse der Frauen respektieren und werden in den Diskurs quasi "hineingezwungen". Westliche Männer müssen sich mit den Argumenten der Frauen ernsthaft auseinandersetzen, eigene Wünsche artikulieren und diese gegebenenfalls begründen und um deren Erfüllung zu bitten oder verhandeln. Durch diese konstante zivilisierte Auseinandersetzung setzt der Reifeprozess automatisch ein. Die Männer im Westen sind also nicht von Grund auf bessere Menschen. Aber sie werden schon als Buben dazu gezwungen, es zu werden. Insofern müssen die Männer eigentlich nicht weniger dankbar sein für die Errungenschaften der Emanzipation - auch wenn so manche Früchte ziemlich lächerlich anmuten."
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| "Sie beschimpfen dich als Huren und belehren dich, dann vögeln sie dich", sagt Suleika. |
Daniel Stricker sagt: "Dieses Machogehabe (nicht nur aber insbesondere in islamisch geprägten Ländern) ist auch deshalb so schädlich, weil Männer, die danach leben, einfach ihren geistigen Stillstand zelebrieren indem sie ihre Frauen und Töchter und auch die Prostituierten verprügeln. So betrachtet sind sie gegenüber den zum Anstand gezwungenen westlich geprägten Männern des postaufklärerischen Zeitalters hoffnungslos benachteiligt. Denn Letztere müssen die Bedürfnisse der Frauen respektieren und werden in den Diskurs quasi "hineingezwungen". Westliche Männer müssen sich mit den Argumenten der Frauen ernsthaft auseinandersetzen, eigene Wünsche artikulieren und diese gegebenenfalls begründen und um deren Erfüllung zu bitten oder verhandeln. Durch diese konstante zivilisierte Auseinandersetzung setzt der Reifeprozess automatisch ein. Die Männer im Westen sind also nicht von Grund auf bessere Menschen. Aber sie werden schon als Buben dazu gezwungen, es zu werden. Insofern müssen die Männer eigentlich nicht weniger dankbar sein für die Errungenschaften der Emanzipation - auch wenn so manche Früchte ziemlich lächerlich anmuten."
Die Facebook-Sekte
Das neue Social Network namens Google Plus ist da und erntet fast ausschliesslich gute Kritiken. Zurecht, wie ich seit kurzem feststellen kann. Denn endlich bin auch ich dabei. Doch ich überlasse es lieber anderen, die Vorzüge des neuen Netzwerks anzupreisen. Denn der Grund, dass ich so sehr auf den Erfolg von Google Plus hoffe, ist nicht Google Plus sondern Facebook. Denn Facebook hat viele Züge einer Sekte.
Sekten-Feeling Nr. 1: Scientology
Sämtliche von mir erstellten Inhalte gehören nicht mehr mir sondern Facebook. Ich mach die Arbeit und Facebook erntet. Dies habe ich mit den AGBs anerkennen müssen.
Sekten-Feeling Nr. 2: ICF
Es ist mir gemäss AGBs verboten, meine Freunde als .csv-File zu exportieren. Ein Addon von Chrome, welches dies ermöglichte, wurde durch Facebook blockiert. Denn offenbar gehören meine Freunde nicht mir sondern Facebook.
Sekten-Feeling Nr. 3: Hare Krishna
A propos "Freunde": Facebook hat mich in mittlerweile 492 Freundschaften hineingezwungen. Es ich durfte sie nicht Kollegen nennen, nicht Kumpels, nicht Verwandte. Es mussten Freunde sein. Facebook hat mich also ca. 480 Mal zum Lügen gezwungen. Und irgendwie hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen dabei.
Sekten-Feeling Nr. 4: "Wir sind Kirche"
Facebook war immer wieder für den einen oder anderen Datenschutzskandal verantwortlich. Doch statt einen echten Mentalitätswechsel zu vollziehen, hat Oberguru Zuckerberg einfach von "Datenschutz ist von gestern" geredet, etwas PR betrieben und kosmetische Korrekturen angebracht. Substantiell geändert hat sich nichts. Ich habe mich aufgeregt und bin trotzdem geblieben.
Sekten-Feeling Nr. 5: Katholische Kirche
"Gefällt mir". Alles musste mir gefallen. Missfallen war verboten. Auch wenn ich einen Artikel einfach nur interessant fand weil er einen Skandal entlarvte: Ich durfte das nicht spannend finden sondern der Skandal musste mir gefallen. Der Facebook-Speak wurde mir aufgezwungen und ich hab ihn vermutlich tausendfach verwendet.
Sekten-Feeling Nr. 6: "Der Weg, die Wahrheit und das Licht. Kein Weg führt zum Vater denn durch mich."
Ich bin Gefangener im Facebook-Kosmos. Von Alternativen habe ich nicht mal zu träumen gewagt. Facebook hat seinerzeit alle Konkurrenten einfach weggeputzt.
Google Plus: Die Reformation
Google Plus macht das alles besser. Es ist zwar noch immer nicht die totale Mündigmachung. Dafür müssen wir wohl noch (lange) warten, zB auf den Durchbruch von Diaspora. Aber immerhin eine echte Renovation der selbstherrlichen Kirche Facebook, die, wie in meinem letzten Posting erwähnt, bereits jetzt Schaden genommen hat.
Drum gehe ich nun von Tür zu Tür..
.. und hoffe in bester Zeugen-Jehova-Manier, dass möglichst viele Leute den Schritt vollziehen und - zumindest vorläufig - auf zwei Hochzeiten tanzen. Denn alleine ist "social" nur halb so spassig. :D Drum bitte nicht vergessen mich in einen Eurer Zirkel aufzunehmen.
Sekten-Feeling Nr. 1: Scientology
Sämtliche von mir erstellten Inhalte gehören nicht mehr mir sondern Facebook. Ich mach die Arbeit und Facebook erntet. Dies habe ich mit den AGBs anerkennen müssen.
Sekten-Feeling Nr. 2: ICF
Es ist mir gemäss AGBs verboten, meine Freunde als .csv-File zu exportieren. Ein Addon von Chrome, welches dies ermöglichte, wurde durch Facebook blockiert. Denn offenbar gehören meine Freunde nicht mir sondern Facebook.
Sekten-Feeling Nr. 3: Hare Krishna
A propos "Freunde": Facebook hat mich in mittlerweile 492 Freundschaften hineingezwungen. Es ich durfte sie nicht Kollegen nennen, nicht Kumpels, nicht Verwandte. Es mussten Freunde sein. Facebook hat mich also ca. 480 Mal zum Lügen gezwungen. Und irgendwie hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen dabei.
Sekten-Feeling Nr. 4: "Wir sind Kirche"
Facebook war immer wieder für den einen oder anderen Datenschutzskandal verantwortlich. Doch statt einen echten Mentalitätswechsel zu vollziehen, hat Oberguru Zuckerberg einfach von "Datenschutz ist von gestern" geredet, etwas PR betrieben und kosmetische Korrekturen angebracht. Substantiell geändert hat sich nichts. Ich habe mich aufgeregt und bin trotzdem geblieben.
Sekten-Feeling Nr. 5: Katholische Kirche
"Gefällt mir". Alles musste mir gefallen. Missfallen war verboten. Auch wenn ich einen Artikel einfach nur interessant fand weil er einen Skandal entlarvte: Ich durfte das nicht spannend finden sondern der Skandal musste mir gefallen. Der Facebook-Speak wurde mir aufgezwungen und ich hab ihn vermutlich tausendfach verwendet.
Sekten-Feeling Nr. 6: "Der Weg, die Wahrheit und das Licht. Kein Weg führt zum Vater denn durch mich."
Ich bin Gefangener im Facebook-Kosmos. Von Alternativen habe ich nicht mal zu träumen gewagt. Facebook hat seinerzeit alle Konkurrenten einfach weggeputzt.
Google Plus: Die Reformation
Google Plus macht das alles besser. Es ist zwar noch immer nicht die totale Mündigmachung. Dafür müssen wir wohl noch (lange) warten, zB auf den Durchbruch von Diaspora. Aber immerhin eine echte Renovation der selbstherrlichen Kirche Facebook, die, wie in meinem letzten Posting erwähnt, bereits jetzt Schaden genommen hat.
Drum gehe ich nun von Tür zu Tür..
.. und hoffe in bester Zeugen-Jehova-Manier, dass möglichst viele Leute den Schritt vollziehen und - zumindest vorläufig - auf zwei Hochzeiten tanzen. Denn alleine ist "social" nur halb so spassig. :D Drum bitte nicht vergessen mich in einen Eurer Zirkel aufzunehmen.
Google Plus kostet Facebook-Investoren bereits jetzt Milliarden
Facebook schien bis vor wenigen Tagen unantastbar. Doch seit Google Plus durch die Medien schwappt, ist plötzlich alles anders - noch bevor sich überhaupt etwas verändert hat.
Facebook galt bis vor wenigen Tagen als unantastbar. Kein Wunder: Mit angeblich über 700 Millionen Teilnehmern ist der Vorsprung von Facebook gegenüber anderen Social Networks scheinbar uneinholbar. Eigentlich hat sich daran nichts geändert. Google Plus erntet zwar von den "Early Adopters" fast durchwegs positive Kritiken. Doch noch ist nicht wirklich absehbar ob Google Plus in der Lage sein wird, die für soziale Netzwerke so kruziale kritische Grösse zu erreichen. Denn ganz gleich wie toll der Service ist: Wenn die Internet-Kameraden nicht mit von der Partie sind, hilft das alles nichts. Und ob der Leidensdruck der Facebook-Nutzer respektive die innovativen Features von Google Plus wirklich gross genug sind, ist bis heute ungeklärt.
Ist Facebook 100 Milliarden Dollar wert?
Dennoch hat Google Plus den Investoren von Facebook schon heute einen milliardenschweren Schaden zugefügt. Mit bis zu 100 Milliarden Dollar wurde Facebook zuletzt bewertet und von einem entsprechenden Börsengang geträumt. Damit dürfte es jetzt vorbei sein. Denn dieser Wert entsprang nicht etwa den Umsatzzahlen, geschweige denn den erzielten Gewinnen. Es waren vor allem die sogenannten "Zukunftserwartungen", also das Potential und die damit einhergehende Fantasie der Investoren, die diese astronomische Summe meiner Meinung nach zumindest einigermassen rechtfertigten. Denn warum sollte Facebook nicht mindestens halb so viel Wert wie Google sein? Zumal Facebook ja zuletzt durchaus auch auf Kosten von Google gewachsen ist.
Schmierenkampagne gegen Google als Beleg für Panik bei Facebook
Doch mit Google Plus ist plötzlich alles anders noch bevor überhaupt wirklich etwas passiert ist. Die durchgängig positiven Kritiken, die Google zurzeit einfährt, müsste der Firma aus Palo Alto nicht wirklich Sorge bereiten wenn es ihnen gelungen wäre, das anfänglich durchaus sympathische Image von Facebook aufrecht zu erhalten. Doch der fahrlässige Umgang bezüglich Datenschutz, der teils arrogante Umgang mit seinen Benutzern und nicht zuletzt auch der brillante aber fiktive und dramatisierte Facebook-Film "The Social Network" haben dem Unternehmen und dessen Erfinder (?) (sic!) auch äusserst schlechte PR beschert. Doch als wäre das nicht genug gewesen, hat Facebook selber mit einer schäbigen Kampagne gegen Google dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. War es damals noch nicht wirklich einleuchtend, weshalb Facebook mit ihrer Schmierenkampagne es ausgerechnet auf Google abgesehen haben, ist dies seit der Ankündigung von Google Plus glasklar: die Facebook-Entscheider waren über die drohende Gefahr informiert.
Und jetzt ist der Schaden auch eingetroffen. Und die Schmierenkampagne kann man heute als Beleg für ihre gerechtfertigte Panik werten. Denn wer würde heute noch Facebook auf 100 Milliarden Dollar taxieren? Google Plus legt offen, wie fragil das gesamte Geschäftsmodell von Facebook bis heute ist. Das Wort "Myspace" macht zurzeit wieder öfters die Runde. Denn wie Myspace, damals unangefochtene Nummer 1 im Social Web, von Facebook überrollt wurde, haben wir alle immer wieder in den Medien gelesen. Kürzlich wurde Myspace an Justin Timberlake und weitere Investoren verkauft. Für 35 Millionen Dollar. Rupert Murdoch hatte nur wenige Jahre zuvor noch rund 600 Millionen hingeblättert. Ein Abschreiber von einer halben Milliarde - begründet durch den eigenen Mangel an Innovationskraft und, vor allem, durch die Social-Lawine namens Facebook.
Google Plus macht Mark Zuckerberg "ärmer"
Wenn Facebook nun also wie länger geplant an die Börse gehen will (und die Zeit scheint angesichts sich anbahnender stagnierender Nutzerzahlen ideal), wird sich so mancher Investor fragen ob Facebook nicht ein ähnliches Schicksal ereilen kann. Und alleine diese Frage könnte zur Folge haben, dass Facebook statt 100 Milliarden plötzlich "nur" noch auf 20 oder 30 Milliarden geschätzt wird. Facebook wird sich deshalb wohl hüten, in nächster Zeit einen neuen Investor an Bord zu holen. Denn so könnte ein neuer, tieferer Wert des Unternehmens abgeleitet werden. (Als Microsoft seinerzeit für 1.6% rund 240 Millionen Dollar hinblätterte, wurde sofort hochgerechnet und das Unternehmen auf rund 15 Milliarden geschätzt. Dieser Vorgang wiederholte sich mit jedem neuen Investor.)
Es dürften nur noch wenige Tage vergehen bis die ersten etablierten Medien darüber berichten werden, dass Facebooks Wert geschmolzen ist. Doch wir brauchen diese Meldungen gar nicht erst abzuwarten. Es ist heute schon sicher: Mark Zuckerberg ist innerhalb weniger Tage ein paar Milliarden Dollar ärmer geworden.
Fantasie auf allen Seiten
Sollte Facebook diesen Angriff durch Google jedoch einigermassen unbeschadet überstehen, könnte sein Ruf als "unkaputtbares Netzwerk" nicht nur wiederhergestellt sondern gar noch zementiert werden. Das dürfte dann auch die Fantasie der Investoren wieder beflügeln. Ob dies jedoch geschehen wird, darf zum jetzigen Zeitpunkt bezweifelt werden. Denn die Fantasie beflügelt auch die Gegenseite: Man stelle sich nur vor, welche Schlagkraft Google Plus erhalten kann, sollte es Google gelingen, seine unglaublich vielfältigen und beliebten Services (Suche, Gmail, google news, youtube, android, calendar, google docs, Picasa, Google Reader, Street View) perfekt ineinander verschmelzen zu lassen.
Daniel Stricker
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